Kategorie: Leben

Hautirritationen Katheter/Sensor

Wir waren 14 Interessierte mit verschiedensten Hautproblemen von Rötungen bis eitrigen Entzündungen durch das Pflaster, was sowohl vom Katheter als auch den Sensoren sein konnte bis hin zu schmerzhaften, lange sichtbaren roten „Knubbeln“ von der Katheter- Stahlnadel.

Eine interessante Info von Dr. Teupe für alle, die wegen der Hautprobleme überlegen, auf eine andere Pumpe und dann andere Katheter zu wechseln: Alle Katheter für die gängigen Pumpenmodelle werden inzwischen wohl nur noch in einem Werk in Mexiko hergestellt und sind vermutlich aus demselben Material, so dass ein Wechsel keine Abhilfe bringt. Ursache für die Entzündung kann die Verwendung von Epoxidharz zur Fixierung der Stahlnadel sein. Nach einer spontanen Abfrage hatten nur 3 Personen (von 14 bzw. 80 im Plenum) die Probleme. Ein Wechsel auf Teflon half meist.

Was tun bei Rötungen? Zunächst ist zu unterscheiden: Tritt diese erst mit der Zeit auf nach wiederholtem Gebrauch und verstärkt sich, dann handelt es sich um eine allergische Reaktion, die gut mit einer Hautbarriere wie sie das Spray Cavilon oder auch Nasenspray bewirken, verhindert werden kann. Drastischere Lösungen wie Wasserstoffperoxid oder Cortisonspray können bei häufigem Gebrauch andere Probleme auslösen, sind also nicht zu empfehlen.

Wenn die Rötung sofort beim ersten Gebrauch auftritt, liegt es vermutlich an einer Unverträglichkeit eines Mittels im Kleber. Hier gibt’s folgende Tipps:

  • Blasenpflaster (Hansaplast) aufkleben unter den Katheter
  • Tegaderm oder
  • Wimpernkleber unter den Katheter, was auch gegen das Ablösen der Ränder hilft

Gegen sich lösende Pflaster oder schnelles Abreißen der Sensoren helfen die z.B. von Diashop oder Zuckerschmuck angebotenen Pflaster zum Drüberkleben, auch Tegaderm oder kinesiologische Tapes werden verwendet.

Zum Kleberlösen eignen sich Babyöltücher gut.

Im Normalfall ist eine Desinfektion nicht nötig. Wie immer hilft nur Ausprobieren und wenn einem die Alkoholtupferei ans Herz gewachsen ist und jetzt der Hautpflege zuliebe drauf verzichtet werden soll, ist das ein weiter Weg. Denn: Um so ein Ritual aus dem Gedächtnis zu löschen, brauchts ca. 90 Wiederholungen ohne Tupfer. Viel Erfolg und gesunde Haut!

Erstellt von Beate

Inkontinenz bei Frauen

Wir waren 5 Teilnehmerinnen

Alle sprachen sehr offen über ihre Probleme im Alltag.
Der Urin kann nicht gehalten werden oder es herrscht permanent das Gefühl, immer zur Toilette gehen zu müssen.
Es fand ein reger Erfahrungsaustausch statt.
Helfen kann: Untersuchung durch einen Urologen/Urologin.
Urinprobe wird direkt aus der Blase (schmerzfrei) entnommen, um evtl. Bakterien, Keime oder Entzündungen auszuschließen.
Evtl. muss eine Blasenspiegelung (schmerzfrei) gemacht werden.
Ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches den Harndrang reduziert ist z.B. “Mictonorm Uno 30 mg”
Hilfsmittel für unterwegs ist eine Urinflasche für Frauen (750 ml), ausziehbar und wiederverwendbar.

Erstellt von Karola

AAPS für erfahrene Nutzer

Browser Build versus Android Studio

  • Eine neue Version von AAPS lässt sich einfacher mit dem Browser Build als mit Android Studio bauen.
  • Man kann AAPS auf dem Tablet, Rechner und auf dem Handy bauen.
  • Browser Build funktioniert erst ab AAPS 3.4.x.x, also nicht mit alten AAPS-Versionen davor, die für ältere Android-Versionen benötigt werden (z.B. Android Version 10)

Automatisierungen Version 3.4.x.x

AAPS Release Candidate Version 4

  • Der Release Candidate 1 (RC1) für AAPS v4 bringt eine komplett neue Oberfläche mit sich.
  • Der RC1 bringt neue Objectives mit sich, die sich mit anderen Insulin-Konzentrationen  (U200, U500) beschäftigen.
  • Es gibt nicht nur mehr Automatisierungen, sondern auch Szenen, die u.a. beim Sport helfen können.
  • In den Szenen soll es eine größere Flexibilität in Kombination mit Automatisierung geben (Erfahrungswerte haben wir noch nicht).
  • Es gibt keinen Super-Bolus mehr.
  • Auto-ISF ist inkludiert.
  • Auto-ISF kann so eingestellt werden, dass bei hohen Werten der ISF heruntergesetzt wird und damit automatisch mehr Insulin ausgeschüttet wird. Genauso funktioniert dies bei Sport, wenn der ISF hochgesetzt werden muss.

Ketose

  • Abbott bzw. Dexcom entwickeln wohl einen Sensor, wo der Ketonwert zusätzlich mitgemessen wird.
  • Der Ketonwert kann auch die Ursache für das Dawn-Phänomen sein.
  • Dies kann bei AAPS zu ganz neuen Automatisierungen für Korrekturmöglichkeiten führen.

Insulinpumpen

  • In der Gruppe bestand die Sorge, wie es mit AAPS weitergeht, da die Anzahl der Pumpenmodelle sich nicht mehr erhöht .
  • Die Versorgung mit Dana I-Pumpen wird wohl nach festen Kontingenten für einzelne Länder gestaltet, was bei einem plötzlich steigenden Interesse an Dana I-Pumpen u.U.  zu Lieferschwierigkeiten führt.
Nachts SMB ausschalten bei COB<10
Morgens SMB wieder einschalten
Sportanhebung bei temp. Zielwert 165 mg/dl
Eine Kachel „SMB an“ auf Hauptanzeige erstellen
Eine Kachel „SMB aus“ auf Hauptanzeige erstellen
Michael J.S.

Langzeitdiabetes

Ehrlich gesagt, wollte ich zuerst gar nicht in diese Gruppe gehen. Ich dachte, dort würde es hauptsächlich um Glasspritzen, brutale Lanzetten, ein Leben ohne Messgerät und kurzwirksames Insulin gehen. Also um all das, was wir von früher noch kennen und woran wir uns vielleicht nicht unbedingt gerne erinnern.

Aber es kam ganz anders.
Wir waren etwa 30-40 Personen, die zwischen 18 und 70 Jahren an Diabetes-Erfahrung mitbrachten. Wenn man all diese Jahre zusammenzählt, kommen über 1.500 Diabetesjahre zusammen! Die meisten in der Gruppe leben bereits mehr als 50 Jahre mit dieser Krankheit. Und ich gehöre auch dazu.

Was für eine Zahl! Was für Geschichten! Was für ein Leben!

Natürlich wurde auch über Alexander Zverev gesprochen. Ist es motivierend, wenn man liest, dass Diabetes kein Hindernis sein muss, um ein Hochleistungssportler zu werden? Oder kann einen das auch unter Druck setzen, weil man das Gefühl bekommt, trotz Diabetes immer besonders leistungsfähig sein zu müssen? Darüber gingen die Meinungen auseinander. Denn jeder von uns hat seine eigene Geschichte und seinen ganz persönlichen Umgang mit dem Diabetes.

Auch ernstere Themen kamen zur Sprache. Auf die Frage, ob jemand wegen seines Diabetes schon einmal psychologische Hilfe in Anspruch genommen hat, meldeten sich einige mit Ja. Das zeigte einmal mehr, dass Diabetes eben nicht nur den Körper betrifft, sondern manchmal auch die Seele ganz schön fordert.

Für unsere Seele wurden auch viele Tipps ausgetauscht, Erfahrungen geteilt und Lösungen gefunden, auf die man selbst vielleicht noch gar nicht gekommen war. Wir hörten von schönen Erlebnissen, besonderen Begegnungen und positiven Erfahrungen, die wir vielleicht ohne Diabetes niemals gemacht hätten. Es gab lustige Anekdoten, viel zum Schmunzeln und Geschichten, die das Leben geschrieben hat. Und tatsächlich sind durch den Diabetes sogar Ehen und Beziehungen entstanden.

Und das wichtigste überhaupt: Wir Insuliner haben uns kennengelernt!

Menschen, die nicht lange erklären müssen, wie es ist, mit Diabetes zu leben. Menschen, die verstehen, was einen beschäftigt, was einen manchmal nervt und worüber man trotzdem lachen kann. Menschen, bei denen man sich nicht rechtfertigen muss, sondern einfach sein darf, wie man ist.

Als ich abends gefragt wurde, wie die Gruppe denn gewesen sei, musste ich erst einmal überlegen, wie ich das alles in Worte fassen sollte.

Meine Antwort war ganz einfach: Wir haben geweint, aber noch viel mehr gelacht!

Es wurden sehr persönliche und emotionale Geschichten erzählt. Manche berührten uns tief, andere brachten uns zum Lachen. Es wurde zugehört, mitgefühlt, genickt und manchmal sicher auch gedacht: Ja, genau so habe ich das auch erlebt!

Und dann gab es diesen einen Satz, der mich besonders zum Schmunzeln gebracht hat:

„Die Menschen, die uns damals vor über 50 Jahren gesagt haben, dass wir nicht älter als 30 Jahre werden, sind mittlerweile wahrscheinlich schon tot.“

Mit einer gehörigen Portion Galgenhumor, aber auch mit einer Botschaft, die stärker kaum sein könnte.

Wir sind noch da!

Wir haben Jahrzehnte mit Diabetes gelebt, Höhen und Tiefen erlebt, Herausforderungen gemeistert und uns unser Leben nicht einfach nehmen lassen.

Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Treffens: Diabetes verbindet nicht nur über eine Diagnose. Er verbindet Menschen, die gemeinsam lachen, weinen, voneinander lernen und sich gegenseitig Mut machen.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich doch in diese Gruppe gegangen bin.

Über 1.500 Jahre Diabetes-Erfahrung – und noch lange nicht genug Leben, Lachen und Geschichten!

Theresia

Nephropathie

  • → Blutdruck ist das Wichtigste
    • → Keine hochnormalen Werte akzeptieren → Nachfragen bei mehreren Ärzten
  • → Mikro-Albumin testen (0-300) (mit Urin)
  • → Kreatinin-Wert testen (im Blut)
  • → glomeruläre Filtrationsrate (GFR) könnte überbewertet sein
  • → Übergewicht reduzieren (sich nicht verrückt machen lassen)
  • → Blutdruckmessung:
    • → Werte beim Arzt meistens Quatsch
    • → morgens und abends messen (wenn nötig) / vorher 5 Minuten still sitzen
    • → Blutdruckgerät muss kalibriert worden sein
    • → Unklar, ob Geräte altern und nach 2-3 Jahren ausgetauscht werden müssen
    • → Link zur Blutdruck-App mit Hinweis auf kostenpflichtiges Premium
  • ➔ Schlaf-Apnoe führt zu erhöhtem Blutdruck 
  • ➔ Manche Schlaftracker können dies feststellen
  • ➔ Lakritz führt zu erhöhtem Blutdruck
  • ➔ Kreatinin-Werte können durch Sport erhöht sein

Michael J. S.

Technikausfall bei Pumpen und Sensoren – Eigenvorsorge zu empfehlen!

Dass der heimische Insulinvorrat des Typ-1-Diabetikers in modernen Zeiten großzügig bemessen sein sollte (bei mir mindestens 30 ml), dürfte nach gelegentlichen Lieferschwierigkeiten der Apotheken allgemein bekannt sein. Aber vor dem Hintergrund der weit verbreiteten Bemühungen um Kostensenkung sollten wir auch einen Ausfall von Insulinpumpe und/oder Sensortechnik einplanen. Vor über 30 Jahren bekam man ja für diesen Fall einmal eine Zweitpumpe. Und es gab einen Service, der mir nach einem Batterieversagen z.B. über Nacht die Spezialbatterien aus Frankfurt nach Rostock lieferte.

Zwischenzeitlich konnte man glauben und erleben, dass Insulinpumpenhersteller in wenigen Stunden Ersatz liefern. Dass man sich nicht immer darauf verlassen kann, die neue Pumpe schnell zu bekommen, musste ich gerade erleben:

Nach meinem Pumpenausfall am 6.11. ging zwar am selben Abend eine neue Medtronic-Pumpe in den Versand – aber zum billigsten Tarif. Zunächst wurde darauf eine Lieferung für den nächsten Abend (also nach 26 Stunden) angekündigt. Und nachts um 3 Uhr folgte eine Korrektur: Die Lieferung sei drei Tage später geplant. Die Sendungsverfolgung zeigte, dass es UPS dann gelungen ist, die Pumpe binnen 32 Stunden in eine 10 km von mir entfernte Stadt zu transportieren. Aber dort wartete sie dann fast 3 Tage auf die Zustellung.

Was bedeutet das für den Nutzer? Ohne Vorsorge wird es schwierig: Mit einem schnell wirkenden Insulin ohne Pumpe den Zucker über mehrere Tage zu regulieren, bedeutet jedenfalls für ewige Pumpennutzer
häufiges Messen. Und da man in Zeiten des Sensors vielleicht nur 2-3 Teststreifen pro Woche eingeplant
hat, können die Teststreifen dabei knapp werden.

Im Glauben auf die Haltbarkeit von gekühltem Insulin hatte ich noch einen Einweg-Pen mit Verzögerungsinsulin aus einem Nachlass im Kühlschrank + einen Pen fürs schnelle Insulin, dessen leere Ampullen ich manuell befüllen konnte.

Letztendlich wurden die Pens aber überflüssig, weil ich zufällig noch eine vor Jahren stillgelegte alte Pumpe (ohne passende Sensoren) im Regal hatte. Und zu den Teststreifen gab Lieferant DiaShop den selbstlosen Tipp, dass meine Krankenkasse im Notfall auch Teststreifen aus der Apotheke bezahlen würde. Wo ich sie dann mit einem früh morgens erhaltenen Rezept umgehend abholen konnte.

Was tun für die Zukunft?

Darauf hoffen, dass die Ersatzpumpenlieferung NORMALERWEISE umgehend erfolgt?

Oder den Arzt um Rezepte für Pen + Penampullen, sowie einer passenden Spritze bitten? Diese kann man dann mit schnellem bzw. mit Verzögerungsinsulin befüllen. Dazu sollte man vielleicht mit Arzt und/oder Apotheke besprechen, wie man im Notfall schnell zu letzterem kommt.

Ferner sollte man trotz geringem laufenden Bedarf an Teststreifen den Vorrat nicht zu geizig bemessen.

Zur Selbsthilfe über die „hey-dabie“- App alle Medtronic-Nutzer in der Nähe zu fragen, ob sie passende Hilfsmittel verleihen können, erscheint dagegen zumindest sehr umständlich, weil man sie nur einzeln ansprechen kann.

Also: Vorräte + Nachschub für den Fall des Falles sichern !

Karl

 

Ich habe mit Interesse den Artikel ‘Technikausfall bei Pumpen und Sensoren’ gelesen und gehe noch einen Schritt weiter: Ich nutze seit 3 Jahren die YpsoPump, Dexcom G6 bald G7 mit der CamAPS FX. Das läuft alles über mein Smartphone. Ist das weg/kaputt, wie kann ich mir da übergangsweise helfen? Ist es möglich/angesagt auf einem Ersatzhandy die App bereit zu halten? Würde ein Companion noch die Werte erhalten, wenn mein Smartphone weg/kaputt ist?
Bin gespannt und freue mich auf eure Antwort.

Herzliche Grüße
Marianne, marianne.bergmann(at)gmx.de

Stadtradeln

Bernhard wurde letztes Jahr von mehreren Insulinern angesprochen, ob es denn bald die Fortsetzung der Pilger-Berichte gäbe.

Wohl erstmal nicht, aber er hat sich dieses Jahr etwas anderes einfallen lassen.

Die vermeintlichen „Urlaubs – Bilder aus seinem WhatsApp Status, die er auf dem Arbeitsweg geschossen hat, sind in einem Bildband: „Stadtradeln“ beschrieben,

ähnlich wie die Pilger-Berichte 1+2 (noch zu sehen unter Archiv November 2020 und Februar 2022), übrigens auch von Grit als Veredelungslektorin.

Es ist nicht viel Stadtradeln, sondern Natur, Frische, Freiheit, Genuss mit dem Lebensmotto: „Süßer durch die Landschaft“

Auch ein wenig Pilgerweg ist dabei. (zumindest teilweise). Neugierig?

 

Erfahrungsaustausch Grauer Star

Hallo,

ich bin an Erfahrungen von Betroffenen interessiert. Der Augenarzt hat bei mir letzte Woche beidseitig eine Linsentrübung festgestellt. Bin etwas nervös, weil der Arzt noch bis August warten will mit der nächsten Untersuchung. Bin beruflich auf das Auto angewiesen.
Über Antworten von Betroffenen würde ich mich freuen.

Britta Berg
brittaberg2803(at)gmail.com

Hallo Britta,

Ich sehe erst heute Deine Frage. Vielleicht hat es sich bereits erledigt, aber ich will Dir kurz meine Einschätzung geben. Ich habe an beiden Augen durch Diabetes bedingten Grauen Star operieren lassen.

Zuerst vor 15 Jahren das rechte mit einer multifokalen Linse (damit ich ohne jede Brille sehen konnte). Bei gutem Licht geht das bis heute hervorragend. Allerdings ist das nächtliche Autofahren beeinträchtigt durch die verstärkte Blendung im Gegenverkehr. Um jede Lichtquelle bilden sich störende konzentrische Kreise (bedingt durch den Schliff der künstlichen Linse).

Das linke Auge wurde vor 8 Jahren operiert. Diesmal monofokal mit dem besten, was es auf dem Markt gab. Fernsichteinstellung des Fokus (Autofahren), aspherische Ausstattung der Ränder und UV-Schutz für die Makula.
Damit komme ich gut zurecht. Unser Gehirn tut alles, damit wir gut sehen können und passt sich entsprechend an. Die Blendung (rechts) bleibt, empfinde ich aber nicht mehr als so schlimm. Fernsicht ist perfekt, auch beim Autofahren.

Vielleicht sehen wir uns ja dieses Jahr im Oktober in Coesfeld und können eine Gruppe „Erfahrungsaustausch“ bilden.

Herzliche Grüße, Achim

Augenärzte – ein Erfahrungsbericht

Meine Augenärztin, die meine Augen seit über 30 Jahren untersucht, möchte mich wieder mal zu einer Spezialuntersuchung schicken. Sie möchte bunte Fotos von meinem Augenhintergrund sehen. Das letzte Mal war das vor Coronazeiten. Also mit Überweisung versuche ich, die Untersuchung in Cottbus machen zu lassen. Nach Berlin, zu dem Arzt, wo ich sonst immer war, ist mir in meiner Familienproblematik zu stressig. Also wird sich doch in Cottbus was finden lassen. Als erste Reaktion kam sofort: „Wir nehmen keine neuen Patienten!“ Das ist ja leider eine Standard-Antwort in sämtlichen Arztpraxen. Aber ich will keinen neuen Augenarzt. Ich möchte nur eine Spezial-Untersuchung.

Gut, das geht. Termin bekommen. Noch im 3. Quartal.

Beim Termin dann folgende Vorkommnisse:

  1. Anmeldung
  2. Warten
  3. Aufruf-Fragestunde, Augentropfen
  4. Wieder warten
  5. Eine Schwester ruft mich rein: Für das Kontrastmittel einen Zugang gelegt
  6. Warten
  7. Eine andere Schwester fotografiert meine Augen. Mir wird schwindlig. Das Flimmern und Wackeln und Fotografieren ist unangenehm. So was hatte ich bisher noch nicht.
  8. Raus in den Warteraum. Meinen Kraftfahrer benachrichtigt. „Hol mich bitte ab, ich glaub ich kippe gleich vom Stuhl.“ Zur Anmeldung geschlichen und Bescheid gegeben, dass ich gehe. „Nein, dass geht nicht. Sie müssen noch zum Arzt rein.“ Und sie holte mir ein Becher lauwarmes Leitungswasser. Davon wurde mir noch schlechter. Nur raus hier!
  9. Auf dem Weg zum Ausgang schnappte mich eine Schwester und schleppte mich zum Arztzimmer. Ich war inzwischen aufgerufen worden.
  10. Im abgedunkelten Arztzimmer saß mit dem Rücken zu mir eine Schwester, seitlich ein Arzt. Ich sollte mich auf den Arztstuhl setzen. Dann erzählte mir der Arzt in einer rasenden Geschwindigkeit etwas. Davon habe ich nichts verstanden. Nur das Wort LASERN verstand ich. Meine Alarmglocken im Bauch überschlugen sich förmlich. Nur raus hier, dachte ich.
  11. Nochmal langsam wurde mir der Befund kurz erklärt. Diabetische Hintergrundveränderungen. Und daß er mich gleich lasern wird. Auf dem linken Auge.
  12. Mein Kommentar: „Nein, das machen wir nicht. Ich bespreche den Befund erst mit meiner Augenärztin.“
  13. Eine lange Minute absolute Stille. Ein Nein ist kein Arzt mehr gewohnt. Dann eine extrem schnippische Antwort von der Schwester: „Wir machen ohne Überweisung sowieso nichts!“ Na dann ist ja gut.
  14. Den Befund (ein A4-Blatt mit kleinen Fotos und Gekritzel drauf ohne Umschlag) gab er mir auf Nachfrage wenigstens mit.
  15. Raus aus der Praxis. Meine Alarmglocken wurden leiser. Das komische Gefühl blieb.

Kurz und Bündig: Ich bekam nochmal eine Überweisung zur Untersuchung mit der Empfehlung, wenn es wirklich was zum lasern geben sollte, soll ich das machen lassen. Ich könnte wieder zum mir bekannten Arzt nach Berlin fahren. Aber meine Freundin schleppte mich zu ihrer Ärztin, die auch sie schon gelasert hatte. Die MA dieser Praxis sollen ganz lieb sein. Und die ist in Cottbus.

Und so war das auch. Freitag, der 13. Dezember 2024. Das war mein Glückstag. Freundliche kompetente Schwestern, sehr liebevoll zu allen Patienten, eine Anästhesieschwester, Aufklärung, eine Ärztin hat fotografiert und mir dann erklärt: Ich habe eine gute Durchblutung, die paar kleine Veränderungen sind nichts fürs Lasern. Und die kleine Minithrombose im linken Auge wird sich aufgrund der guten Durchblutung auflösen. Ich wäre bald vom Hocker gefallen. Das gibt’s doch gar nicht. Ich musste noch 20 Minuten ausharren, dann wurde mir der Port entfernt. Mir war weder übel, noch hatte ich Alarmglocken. Eigentlich hatte ich nur Angst. Aber das verflüchtigte sich ganz schnell.

Man sollte immer auf seine Bauchgefühle hören. Und bei sehr wichtigen Dingen eine Zweitmeinung einholen.

Rosi