Kategorie: CGM

Eversense der Fünfte. Das Ende

Vor 18 Tagen habe ich die Sensor Warnung bekommen, dass er schon 150 Tage drin ist, was auch richtig war. Am Tag 168 kam die gleiche Meldung. Ob er sich verrechnet hat und länger als 180 Tage läuft, oder ist es ein Zeichen, dass er bald ausfällt. Nun ja heute am Tag 171 ist der Sensor ausgefallen, muss jetzt noch 2 Wochen blutig überstehen, bevor der Wechseltermin ansteht.

Petra

Eversense der Fünfte

Der fünfte Sensor läuft seit 155 Tagen gut und zuverlässig, nur Sonne mag er gar nicht, da spinnt er immer noch, zu hoch zu niedrig oder halt gar nicht. Probleme hatte ich zwischendurch mal mit der Haut, da war der Transmitter teilweise vom Klebepflaster gerutscht. Da ich eine Nickel-Sulfat-Allergie habe, weiß ich jetzt, aus was die Kontakte zum Laden bestehen.
Probleme bereitet mir jetzt nur die Erreichbarkeit der Praxis wegen dem anstehenden Wechsel in 25 Tagen. Die sind wegen Corona kaum erreichbar und haben nur eingeschränkte Öffnungszeiten.

Petra

Sensorstörung bei Sonne

Hautreizung durch Ladekontakte

Medtronic G3 = immer noch unzufrieden

Vor anderthalb Monaten habe ich an dieser Stelle darüber geschimpft, dass Guardian Link 3 bei mehreren Benutzern keine einmalige Verlängerung der Sensorlaufzeit zuließ, und als Ursache eine Gewinnmaximierung von Seiten des Herstellers vermutet. Da man ja gelegentlich mehrere Sensoren an einem Tag verbraucht (z.B. wenn man ein großes Blutgefäß getroffen, einen Sensor beim Sport versehentlich ein wenig herausgezogen oder einfach einen fehlerhaften Sensor erwischt hatte), war der mehrmalige Gebrauch bei den G2-Sensoren ein gutes Mittel gewesen, Sensorknappheiten insbesondere auf Reisen vorzubeugen. Dies schien nun weggefallen zu sein.

Mein Eindruck, dass ein Neustart des G3 für weitere 7 Tage gar nicht möglich ist, hat sich zwischenzeitlich aber als nicht zutreffend herausgestellt. Richtiger muss man sagen: Mal geht’s, mal fällt der Sensor nach Neustart am 1., 2. oder 3. Tag aus.

Also ist die Zuverlässigkeit der Sensoren Glücksache – egal ob man zu einer Zeit, die man z.B. für Sport oder (außerhalb der Corona-Zeit) für einen Veranstaltungsbesuch eingeplant hat, auf die Kalibrierung warten muss oder ob die (ebenfalls erneuerte) 640-Pumpe sich täglich stundenlang zur Datenerneuerung abmeldet, bevor sie am 2. Unterbrechungstag einen Sensorwechsel empfiehlt.

Und anders als früher ist es nicht nur die 2. Kalibrierung, die vorzeitig stattfindet und den normalen Arbeits- oder Schlafrhythmus unterbricht. Wenn man reist oder als junger Mensch eine Menge Verpflichtungen hat, sind zusätzliche kurze oder lange Messpausen (als Reaktion auf Störungen oder zur Kalibrierung eines vorzeitig notwendigen Sensors) ziemlich störend.

Da für den Freestylelibre2 ein kostenloser 14-Tage-Test angeboten wurde, starte ich nun mal einen Vergleichstest. Und bin gespannt, wie sich die anfangs großen Wertabweichungen zwischen Medtronic G3 und Freestylelibre2 auflösen.

Karl
karl.friederichs(at)arcor.de

 

Meine Erfahrung mit der Insulinpumpe 670G und der Automatik

Sensortechnik von Medtronic nutze ich seit der 1.Generation. Seit ich die Sensortechnik mit der Insulinpumpe gemeinsam getragen habe, sind meine Unterzuckerungen fast gegen 0 gegangen. Durch die Vorwarnmeldung und die Vorabschaltung hatte ich fast keine zu tiefen Werte mehr. Nur wenn ich zu viele Fehler gemacht hatte (BZ nicht sinnvoll und richtig gemessen), war ich manchmal zu tief – aber meistens zu hoch. Trotz Switchen von Basalrate zu Basalrate, je nach Bedarf!

Die 640G war schon eine prima Pumpe, aber die Automatik mit der 670G hat mich dennoch überrascht. Die Fehlerquellen der Kalibrierung kannte ich inzwischen, und meine Basalrate im Standard war auch ausgetestet. Das ist GANZ WICHTIG!!! Auch die KH-FAKTOREN und die Korrekturregeln müssen im Standard stimmen. In der 670G sind zwei Insulinpumpen enthalten. Die 640G ist dort drin mit der Möglichkeit mehrerer Basalraten, verzögerter und geteilter Bolus, bekannt als Pizzabolus, Abschalt- und Vorabschaltung mit CGM bei zu tiefen Werten.

Bei dem Einsatz der Automatik entfällt das. Die „2.Pumpe“ ist der Automodus, der agiert ähnlich wie eine gesunde Bauchspeicheldrüse. Die Pumpe gibt nach Bedarf, ausgehend von der erlernten Basalrate (mindestens 48 Stunden Lernphase, besser 6 Tage), auf die Sensorglucose ein und gibt mal mehr, mal weniger Insulin ab. Da es eine getrennte Funktion ist, benötigt die Automatik immer mal wieder einen extra Blutzucker. Und man muss aufpassen, dass man nicht zwischendurch korrigiert. Ein funktionierender KH-FAKTOR ist sehr wichtig bei richtiger Mahlzeiteneinnahme. Eine KH zwischendurch ohne Bolus gleicht die Automatik immer wieder aus.

Man sollte die Automatik immer in einer Standardsituation einschalten, nicht in einer Sondersituation wie zum Beispiel Krankheit, extreme Stresssituation oder dgl. Und sollte man nachts zu tief kommen (nach stressigen Tagen oder zu wenig Mahlzeiten, zu viele Korrekturen manuell), dann immer den temporären Sportzielwert für ein paar Stunden eingeben. Die Pumpe versucht auf Werte von 3,9 – 10 mmol/l oder 70 -180 mg/dl zu kommen. Dabei korrigiert sie auf 6,7 – 8,3 mmol/l oder 120 – 150 mg/dl. Es gibt die Möglichkeit des zeitweisen Sportzielwertes, wo vorsichtiger korrigiert wird. Das hat sich jedenfalls bei mir rentiert. Aber für Schwangerschaft sind die Richtlinien anders und da darf die Automatik nicht eingeschaltet werden. Doch man darf die Plasma-Kalibrierung (Werte sind 11-15% höher als früher die Vollblutmessung) nicht außer acht lassen.

Jedenfalls bin ich im Moment sehr zufrieden. Die Technik kann jedoch mal ausfallen und da darf man seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschalten. Wer persönlich Fragen hat, kann mich jederzeit kontaktieren. Wenn jemand keine Schlauchpumpe und diese etwas aufwendige Sensortherapie haben möchte, ist das auch in Ordnung. Für mich ist der Aufwand nicht zu viel. Naja, manchmal nervt die Pumpe schon. Aber der Diabetes nervt ja generell manchmal. Der gute Blutzucker und das Wohlfühlen macht das wieder wett.

Rosi
bik-cottbus(at)gmx.de

Medtronic G3 = maximierte Gewinnerzielung?

Vom VW Dieselbetrug und von der Boing 737 Max wissen wir schon, wie selbstlos Konzerne westliche Werte, also die Gewinnerzielungsabsicht vorantreiben. Nach dem nach 28 Monaten nicht mehr zu vermeidenden Umstieg von Medtronic CGM G2 zu G3 fühle ich mich auch hier als Ziel der Gewinnerzielungsabsicht. Abgesehen davon, dass die 2. und 3. Kalibrierung sehr kurzfristig stattfinden (nach 6 und 12 Stunden) – was den normalen Arbeits- oder Schlafrythmus unterbricht – scheint Medtronic auch die umsatzschädliche und umweltfreundliche Mehrfachbenutzung von Kathedern auf einen Tag beschränkt zu haben. Wenn einem auf einer Radreise oder einer Auslandstour durch 2 Sensorausfälle oder einen Volltreffer in das Blutgefäß die Sensoren knapp werden, kann man nun nicht mehr durch Doppelnutzung improvisieren. Offensichtlich verlangt die Profitmaximierung, dass der Zuckerkranke sich in einem inländischen Heim aufhält und auf Nachschub wartet. Wenn sich dieser Eindruck – vereinzelt auch von anderer Seite berichtet – bestätigt, endet spätestens mit der Ablauf der Pumpe im nächsten Jahr meine 12jährige Liebe zu Minimed/Medtronic.

Karl
karl.friederichs(at)arcor.de

 

Interessante Links

Bei diversen Internetrecherchen zum Thema Pumpenmodelle, CGM usw. bin ich auf folgende interessante Internetseiten gestoßen:

  1. Staeffs (er)Leben mit Diabetes – Diabetes ist Ausdauersport
  2. Auf der Seite der Looper Community https://de.loopercommunity.org/login (Anmeldung erforderlich) gibt es einen detaillierten Überblick „Open Source und kommerzielle Closed Loop-Systeme. Es handelt sich um eine Sammlung von Folien (als PDF und pptx) zur Orientierung, was es gibt und was angekündigt bzw. in Entwicklung ist (Stand Nov. 2019).

Viel Spaß beim Stöbern!

Ulrike

ulrike(at)wir-insuliner.de

Eversense der Vierte oder die unendliche Geschichte

Der vierte Eversense-Sensor lief 133 Tage ohne Probleme, am Tag 120 hat er sich vorschriftsmäßig gemeldet, dass er seit 120 Tagen im Einsatz ist und ich einen Termin zum Austausch bei meinem Arzt machen soll. Aber am Tag 133, Donnerstag kurz vor Weihnachten, ging morgens nichts mehr. Er wollte sofort getauscht werden. Dummerweise kurz vor Weihnachten, Roche hat sofort einen neuen Sensor zugesagt, jetzt hieß es, einen Termin beim Doktor zu bekommen. Also anrufen, anrufen, anrufen. Dann irgendwann jemanden in der Praxis erwischt. Ich sollte Freitag noch einmal anrufen, um einen Termin zu machen, also Freitag wieder Telefonterror gestartet, dann die Praxis erreicht, wieder niemand da, der einen Termin ausmachen könnte, also Montag wieder anrufen. Am Montag dann jemanden erreicht, der einen Termin vereinbaren konnte, natürlich ging über die Feiertage nichts. Der erste mögliche Termin war dann gestern am 08.01.2020. Den habe ich dann auch genommen. Der Wechsel ging fast problemlos, der alte Sensor hat nur ein wenig Verstecken gespielt, aber der Doktor hat ihn dann nach 20 Minuten doch erwischt. Ich lass mich überraschen, wie lange Sensor Nummer 5 durchhält.

Petra

 

Insulinertreffen 2019 – Arbeitsgruppe: CGM-Systeme

CGM-Systeme

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verwenden (im folgenden gemeinsam als TN bezeichnet) – soweit CGM in Gebrauch ist – die Systeme Medtronic, Dexcom, Eversense und Freestyle (siehe zu FSL den Bericht vom eigenen Arbeitskreis).

Dexcom:

  • Genehmigung: Die Anforderungen an die Bewilligung waren unterschiedlich waren:  Während für die Genehmigung des G5 meist die Vorlage eines Diebetiker-Tagebuchs erforderlich war, wurde der anschließende Wechsel auf das neuere G6 in der Regel un­problematisch genehmigt.
  • Modelle: Derzeit ausgegeben wird noch der Dexcom G6.
  • Laufzeit: 10 Tage
  • Kalibrierung; In der Regel wird eine Kalibrierung nicht empfohlen; es sei denn, die Abweichung zwischen realen Werten und Sensorwerten beträgt 30% oder mehr. Ansonsten kann laut Support die Kalibrierung den Sensor durcheinanderbringen.
  • Probleme macht gelegentlich, dass der akustische untere – 55er – Alarm nur durch Tastendruck zu beenden, aber nicht komplett abschaltbar ist.

Eversense:

  • Besonderheit: Der Sensor wird operativ eingesetzt und alle 6 Monate ausgetauscht. Nur der Transmitter wird – derzeit erfahrungsgemäß ca. alle 2 Tage – aufgeladen und wieder mit Pflaster angeklebt.
  • Kalibrierung: 2x täglich erforderlich, aber sie kann auch durch Bestätigung des vom System vorgeschlagenen BZ-Wertes erfolgen.  (M.E:  Das geht ja bei der Medtronic 640G  auch durch die manuelle Eingabe eines Wertes notfalls ähnlich, ist aber i.d.R. nicht hilfreich, da bestehende Ungenauigkeiten bleiben).
  • Pflasterprobleme: nicht bekannt

Medtronic:

  • Modelle: Derzeit bei den TN vorhanden ist das Modell 640G (= Pumpe) mit Sensorsystem G2. Die Ausgabe des G2 ist aber ausgelaufen. Das neuere Modell G3 hat noch keiner der TN in Anwendung, da auch i.d.R. erst die alten G3-Sensoren des Nutzers verbraucht werden sollen. Unterschied G3 ggü. G2 ist eine andere Laufzeit (7 statt 6 Tagen) und nach Angaben des Herstellers grundsätzlich auch eine größere Genauigkeit des G3.
  • Antragsverfahren: Meist müssen Diabetiker-Tagebuch-Aufzeichnungen über 4-6 Wochen vorgelegt werden, die vereinzelt auch sehr genau geprüft werden.
  • Problem Genauigkeit:
    • Bei G2 gibt es nur sehr vereinzelt erhebliche Abweichungen zwischen Blutzuckerwerten und von der Pumpe angezeigten Werten (niedrig gegen hoch). Gewisse Abweichungen ergeben sich bei schwankenden Werten schon daraus, dass der der Gewebeflüssigkeit entnommene Wert ggü. dem BZ-Wert systembedingt ca. 15 Min. zeitverzögert ist.
    • Sehr große Abweichungen können sich dann ergeben, wenn es nach Unterzuckerung eine Gegenregulation des Körpers gibt und die Pumpe noch den Unterzuckerungs­wert anzeigt, das Messgerät aber den durch die Gegenregulation kurzzeitig hoch­geschos­senen aktuellen BZ-Wert. Oft sind die Anzeigen später wieder realistisch.
    • (Tritt dies häufiger auf, stellt sich nach meiner Ansicht  die Frage, ob der untere Ab­schaltwert der Pumpe generell oder in bestimmten Situationen wie z.B. beim Sport angehoben werden soll, um die Unterzuckerungen zu vermeiden.)
    • Bei G3 soll die Genauigkeit am ersten Tag ein großes Problem sein.
  • Problem Pflasterallergie: Probleme gibt es vereinzelt beim Klebepflaster des Sensors. Hiergegen wird empfohlen, entweder a) auf die vorherige Verwendung eines Desinfektionsmittels (nach normaler Körperreinigung) zu verzichten oder b) vor dem Setzen des Sensors das Desinfektionsmittel vollständig abtrocknen zu lassen (letzteres empfiehlt sich m.E. immer, d.h. auch beim Setzen der Nadel, um die maximale Wirkung der Desinfektion zu erzielen). M.E. kann es – z.B. bei nachhaltiger sportlicher Betätigung im Sommer – empfehlenswert sein, mit der Nagelschere im Sensorpflaster unterhalb des Sensors ein paar Luftlöcher anzubringen.

Ausblicke:

  • Bei neuen Systemen (z.B. bei der Medtronic 670G) werden erhebliche Fortschritte in Richtung LOOP erwartet, d.h. die Insulinsteuerung könnte über eine reine Abschaltfunktion bei Unterzuckerung hinausgehen.

Karl

Mein dritter Eversense Sensor…

… lebt noch, wir sind jetzt bei Tag 111 angekommen, so lange hat noch keiner gehalten. Allerdings habe ich eine Urlaubserfahrung gemacht. Ich war für drei Wochen in Indien, an meinen 2. Tag bin ich für 15 Minuten in den Swimmingpool gegangen, mit dem Transmitter. Laut Bedienungsanleitung ist das System bis max. 30 Minuten und einer Wassertiefe von 1 Meter geeignet. Mein Transmitter war es nicht, ich habe ihn ersäuft und trotz 2 Wochen Reisbad (zum Trocknen) ging er nicht mehr. Gott sei Dank hatte ich ausreichend Messstäbchen dabei. Zurück in Deutschland habe ich den Transmitter reklamiert und ohne Probleme ersetzt bekommen.

Petra