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Zwei amerikanische Diabetes-Ratgeber

Für unseren „wir-insuliner“-Blog habe ich zwei amerikanische Diabetes-Ratgeber entdeckt, die beide kürzlich aktualisiert wurden.

Der erste Ratgeber von Gary Scheiner „Think like a pancreas“ (ISBN 978-0-7382-1514-3), auf deutsch „Denke wie deine Bauchspeicheldrüse“, ist ein praktischer Ratgeber, der sehr viele Themen der Diabetes-Therapie behandelt und bei Lifelong Books verlegt wurde. Gary ist Typ 1-Diabetiker, arbeitet in den USA als Diabetes-Berater und betreut hunderte von ICT- und Pumpen-Patienten. Neben Grundlagen werden in dem Buch Spezialthemen wie zum Beispiel der Einfluss von Fett auf den Blutzucker (BZ) genau behandelt. Er geht davon aus, dass Fette viel stärkeren Einfluss auf den späteren BZ-Anstieg haben als Eiweiß bzw. Proteine. Das steht im Gegensatz zur FPE-Theorie, wird allerdings ausführlich mit praktischen Erfahrungen begründet. Ich habe das mit seinem Beispiel PIZZA ausprobiert und kam, wenn ich nur eine Viertel PIZZA gegessen hatte, zum gleichen Ergebnis. Besonders der Bolus-Berechnung widmet der Autor ein eigenes Kapitel mit ausführlicher und überzeugender Darstellung. Neu war für mich sein klinischer Befund anhand von vielen in der Basalrate gut eingestellten Pumpen-Patienten, wie groß die Abhängigkeit des Bedarfs an Basal-Insulin vom Lebensalter (Kind 3-10, Jugend 11-20, Erwachsener 21-60, Ältere >60 Jahre) ist. Das Buch hat 306 Seiten und ein sehr gutes Stichwort-Verzeichnis.

Der zweite Ratgeber von Adam Brown ist ein Motivationsbuch für Diabetiker Typ 1. Sein Titel ist „Bright Spots & Landmines“ (ISBN 978-0-6928-7517-9), auf deutsch etwa „Tolle Erfahrungen & schwierige Probleme“. Adam versteht es meisterhaft zu motivieren und die Diabetes-Behandlung unter Hinweis auf viele Tipps und Tricks zu erläutern. Dieser Ratgeber ist mit zahlreichen praktischen Beispielen gefüllt, und seine Themen sind in vier Blöcke gegliedert: Essen/Ernährung, Denkweise/Motivation, Sport/Bewegung und Schlaf. Ganz richtig, auch dem gesunden Schlafverhalten ist ein eigenes kurzes Kapitel gewidmet. Besonders interessant und anregend fürs Nachprüfen war für mich die Art, wie Adam seine Mahlzeiten „komponiert“, nämlich mit wenig Kohlenhydraten, im Durchschnitt max. drei BE, und sehr viel Ballaststoffen. Dieses Buch wurde von der Stiftung „diaTribe“ verlegt und kann sogar kostenlos unter www.diaTribe.org als PDF-Datei heruntergeladen werden. Das hat den Vorteil, dass im Vergleich zum gedruckten Buch, das ich gekauft hatte, alle Darstellungen in Farbe sind.

Insgesamt habe ich in beiden Büchern sehr viel Nützliches entdeckt und dabei den amerikanischen Umgang mit Diabetes kennengelernt. Es ist toll zu merken, wie viel dort mit Motivation und Freude am gelungenen Resultat, sprich: BZ-Verlauf, erreicht werden kann. Beide Bücher sind auf amerikanische Lebensverhältnisse ausgelegt und in englischer Sprache. Das mindert allerdings nicht den Lesewert. Für mich war es die reine Lesefreude. Ich hoffe, ich habe euch Lust auf mehr gemacht.

Achim

Neuer Eversense XL Sensor macht nach gut 3 Monaten schlapp – Teil 2

Nach dem vorzeitigen Ausfall meines Eversense XL Sensors war es am 14.12.18 um 15:00 soweit, ich hatte meinen Arzttermin bei einem Diabetologen in Marburg zum Wechseln des Sensors. Nach kurzer Wartezeit wurde am rechten Oberarm nach einer örtlichen Betäubung ein kleiner Schnitt gemacht und der neue Sensor eingesetzt. Die Wunde wurde fachgerecht verbunden und nach 15 Minuten war der erste Teil der Wechselaktion abgeschlossen. Wesentlich komplizierter gestaltete sich die Entfernung des alten defekten Sensors. Die Aussage anderer Nutzer des Eversense XL Sensor, dass dieses in wenigen Minuten erledigt ist, bewahrheitete sich nicht. Der alte Sensor war mehr an der Seite des Oberarms im Fettgewebe eingesetzt worden und ließ sich nicht mehr ertasten. Anscheinend hatte er sich verschoben. Dadurch hatte ich mit diesen Sensor wohl das Problem, dass der Transmitter nur an einer winzigen Stelle Verbindung mit dem Sensor bekam, was öfters zu Verbindungsabbrüchen führte, vor allem wenn ich auf dem Arm gelegen hatte. Da der Sensor sich nicht tasten ließ, wurde er mit dem Ultraschallgerät gesucht. Die Stelle wurde auf dem Arm markiert. Im OP-Zimmer wurde alles desinfiziert und dann geschnitten. Der Arzt stocherte mir im Arm herum und konnte den Sensor nicht greifen und entfernen. Also musste ich mit offener Wunde, den OP-Werkzeugen und der Arzthelferin wieder in das Ultraschallzimmer wechseln. Dort wurde mein Arm und der Ultraschallkopf, der mit dem Arm in Berührung kommt, erneut desinfiziert. Der Arzt konnte dann unter Ultraschallkontrolle mit der Pinzette zu dem Sensor navigieren und ihn schließlich entfernen. Der Arzt und seine Helferin waren dabei mit ihren Händen so beschäftigt, dass ich mit meiner freien Hand noch das Ultraschallgerät bedienen musste. Die Wunde wurde ebenfalls versorgt, und ich bekam ein Antibiotikum verordnet. Dies ist bei mir wegen meiner Hüftoperation Ende September zwingend erforderlich, damit keine Entzündung im Körper entsteht. Nun hoffe ich, dass alle Wunden gut heilen. Bisher gibt es keine Probleme. Der neue Sensor sitzt sehr gut und liefert ziemlich genaue Werte. Während der OP verriet der Arzt mir, dass er umsonst arbeitet. Das Einsetzen und auch das Entfernen der Sensoren wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Die Krankenkasse vertritt die Meinung, dass mit der Bezahlung des Sensors sämtliche Leistungen abgegolten sind. Auch Firma Roche zahlt dem Arzt keine Vergütung. Wollte er die 2,5 Stunden (um 17:30 bin ich gegangen) bezahlt haben, müsste er mir eine Privatrechnung stellen. Der Arzt nahm es gelassen und mit Humor. Es war anstrengend, aber der Doktor hat mich gut unterhalten, so dass ich sehr erstaunt war, wie lange es wirklich gedauert hatte.

Ich war in dieser Praxis die dritte Patientin, bei der ein defekter Sensor vorzeitig gewechselt wurde, wobei dort 10 Patienten mit einem Eversense Sensor versorgt werden. Bei mir traten in der Praxis zum ersten Mal die geschilderten Komplikationen bei der Entfernung des Sensors auf. In meiner Facebook Gruppe berichten Mitglieder öfters vom Problem, dass ein Sensor sich nicht oder nur sehr schlecht entfernen lässt. Ich hoffe, dass Firma Roche die Sensoren so überarbeitet, dass mir dieses Erlebnis einer Extraoperation künftig erspart bleibt.

Petra

Neuer Eversense XL Sensor macht nach gut 3 Monaten schlapp

Das Eversense XL CGM System von Firma Roche ist vor einigen Monaten auf den Markt gekommen. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass der im Oberarm implantierbare Sensor nur noch alle 6 Monate getauscht werden muss, im Gegensatz zum Vorgängermodell mit nur 3-monatiger Laufzeit. Deshalb entschloss ich mich, dieses neue System zu nutzen. Am 28.08.18 wurde mir der Sensor in einem kleinen Eingriff am linken Oberarm eingesetzt. Die Wunde verheilte sehr gut und das Pflaster wird von mir gut vertragen (siehe Bild 1).

Bild 1 – Copyright beim Autor

Die Blutzuckerwerte stimmten immer ziemlich gut mit der klassischen blutigen Kontrollmessung überein. Am 26.11.18 begrüßte mich mein Sensor früh morgens mit der Meldung, dass er nur noch 4 Tage Restlaufzeit hätte und ich einen Termin bei meinem Diabetologen für den Sensortausch vereinbaren solle (siehe Bild 2). Ich konnte es gar nicht glauben, mein Sensor war doch erst 3 Monate alt und sollte doch 6 Monate durchhalten. Erstmal habe ich schnell in der Facebook-Gruppe um Rat gefragt. Da war ich nicht die Einzige mit diesem Problem. Die Fehlermeldung wies mich wirklich auf das Ende der Laufzeit des Sensors hin. Also kontaktierte ich Firma Roche, die sich sofort bereit erklärte, den Sensor zu ersetzen, und mir auch einen Arzt in der Nähe empfahl (bin zurzeit nicht zu Hause). Den Arzt hatte ich dann nach einigen vergeblichen Anrufen nach 6 Stunden endlich erreicht. Leider war den Angestellten nicht zu vermitteln, dass der Sensor getauscht werden soll und Firma Roche die Kosten übernimmt. Die Praxis bestand auf einer Zustimmung durch die Krankenkasse.  Am nächsten Morgen bin ich dann in die Arztpraxis gefahren und konnte schließlich vor Ort alles zu meiner Zufriedenheit klären.

Bild 2 – Copyright beim Autor
Bild 3 – Copyright beim Autor

Wir haben dann für Freitag, den 14.12.18, einen Termin für den  Sensoraustausch gemacht (früher ging wegen des Urlaubs der Praxis nicht). Der Sensor funktionierte dann bis zum 03.12.18 normal. Dann wiederholte sich die Meldung, dass die Restlaufzeit nur noch 4 Tage beträgt, und am Freitag, 07.12.18, schaltete sich der Sensor um 23:55 Uhr nach 101 Tagen Laufzeit endgültig ab (siehe Bild 3). Nun warte ich auf meinen neuen Sensor und hoffe, dass der Austausch ohne Probleme funktioniert. Ich werde von dem Austausch demnächst berichten und bin gespannt, ob ich diesmal einen Sensor unter die Haut gepflanzt bekomme, der auch die versprochenen 6 Monate durchhält.

Petra

Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) erhöht das Risiko für weißen Hautkrebs

Zur Behandlung meines Blutdrucks nehme ich seit einigen Jahren u.a. Hydrochlorothiazid (HCT). Heute bin ich von meinen Diabetologen darauf aufmerksam gemacht worden, dass nach Auswertungen dänischer Gesundheitsdaten bei Einnahme von HCT ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von weißem Hautkrebs besteht. Deshalb werde ich gemäß ärztlicher Empfehlung 25mg HCT künftig durch 12,5mg Hygroton (Chlorthalidon) ersetzen. Weitere Informationen findet man auf der Seite der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Bitte nehmt erst Rücksprache mit Euren behandelnden Ärzten und setzt das Medikament HCT nicht eigenmächtig ab.

Ronny